14. Februar 2016, 18:00 Uhr
Herr Luther leidet
Herr Luther scheint zu leiden. Wie es mir scheint, kann er die Erfolge der Russen im Kampf um die Verbesserung der Lage der Menschen in Syrien nicht verwinden. So behauptet er wider besseren Wissens, Assad hätte Giftgas gegen die Syrer eingesetzt. Richtig ist hingegen, daß bis heute nicht geklärt ist, wer das getan hat. Sogar seine Redaktion hat eingestehen müssen, daß die Kopfamputierer in der Lage sind, Giftgas herzustellen.
Und dann halluziniert er zum x-ten Mal von der moderaten Opposition. Trotz der seit Monaten andauernden Aufforderungen seiner Leser, diese doch einmal mit Namen zu nennen und ihre zahlenmäßige Stärke anzugeben, verweigert er sich hartnäckig.
Den intelektuellen Gipfel erreicht Luther, als er behauptet, daß nun die Erkenntnis zu reifen beginne, Rußland würde in Syrien eigene Interessen vertreten, und Assad an der Macht halten zu wollen. Ersteres weiß jeder mit durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten ausgestatte Zeitgenosse spätestens seit Macchiavelli und das Zweite ist die einzig realistische Möglichkeit, den Menschen in Syrien wieder Ruhe zu bringen und die tägliche Todesangst zu nehmen.
Ich konnte nicht weiterlesen, weil mich Brechreiz überkam. Bemerkenswert finde ich allerdings die Hartleibigkeit Luthers, mit der er allen Anfechtungen der Logik und der Menschlichkeit widersteht. Das kann sich bei Luther, so wie ich es sehe, erst ändern, wenn sich seine Auftraggeber ändern.
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